Blasensprünge mit Abgang von großen Fruchtwassermengen sind klinisch leicht feststellbar. Die Ansprüche an einen Proteinmarker, der auch kleinste Mengen von Fruchtwasser nachweisen kann sind jedoch besonders hoch. Der Test muss in der Lage sein, bereits geringste Fruchtwassermengen sicher zu detektieren. Idealerweise muss ein solcher Test Werte für die Sensitivität, die Spezifität, den positiven prädiktiven Wert und den negativen prädiktiven Wert von nahe 100% aufweisen.
In den 70‘er Jahren wurden mehrere Proteinmarker in der Amnionflüssigkeit entdeckt. Die Konzentration dieser Proteine ist in der Amnionflüssigkeit, gegenüber dem Serum erhöht. Zwei Eigenschaften dieser Proteine führten jedoch dazu, dass sich diese Proteine als Proteinmarker für den Nachweis eines vorzeitigen Blasensprungs nicht durchsetzen konnten. Die Konzentrationsunterschiede zwischen Fruchtwasser und vaginalen Ausscheidungen sind nicht sehr ausgeprägt und die Konzentrationen dieser Proteine variieren sehr stark zwischen einzelnen Probanden und auch in Abhängigkeit von den untersuchten Geweben.
Im Gegensatz dazu erfüllt das Protein PAMG-1 (plazentares alpha Mikroglobulin-1) die Anforderungen an einen Marker, der auch kleinste Risse der Fruchtblase detektieren kann. Es ist daher exzellent für die Entwicklung eines sensitiven und sicheren Blasensprungtests einsetzbar.
PAMG-1 wird von den Zellen der Dezidua gebildet. Während der Schwangerschaft wird es in hoher Konzentration in das Fruchtwasser abgegeben. Basierend auf dem Proteinmarker PAMG-1, wurde im Jahr 2004 der AmniSure® Test entwickelt. Die Diagnosegenauigkeit des AmniSure® Tests beruht darauf, dass die zerviko-vaginale Konzentration von PAMG-1 nur 0,05-0,22 ng/ml beträgt, währen sie im Fruchtwasser mehr als 10.000 Mal höher liegt und die Nachweisgrenze auf einen Wert von 5 ng/ml eingestellt ist.
