Überblick Blasensprung

Unter einem Blasensprung versteht man die Öffnung der Fruchtblase, die den Fötus in der
Schwangerschaft umgibt, so dass es zum Austritt von Fruchtwasser kommen kann. Ein Blasensprung erfolgt zumeist spontan nach Einsetzen der Geburtswehen. Wenn die Öffnung der Fruchtblase bereits vor Eintritt der Geburtswehen einsetzt, spricht man von einem vorzeitigen Blasensprung (PROM: Premature Rupture Of fetal membranes).

Im Verlauf von ca. 30% aller Schwangerschaften tritt ein Verdacht auf einen vorzeitigen Blasensprung auf. Bei 8-10% aller Schwangerschaften ab der 37. SSW, kommt es tatsächlich zu einem vorzeitigen Blasensprung. Bei der Hälfte dieser Fälle setzt innerhalb von 48 Stunden spontan die Geburt ein. Problematischer sind die Fälle, bei denen der vorzeitige Blasensprung
schon vor der 37. SSW auftritt (PPROM: Preterm Premature Rupture Of fetal Membranes).
Das ist bei 2-4% aller Einzel- und sogar bei 7-20% aller Zwillingsschwangerschaften der Fall
(Caughey 2008).

Bis zu 50% aller Frühgeburten stehen mit einem vorzeitigen Blasensprung in Zusammenhang. Weiterhin kann ein vorzeitiger Blasensprung zahlreiche gesundheitliche Probleme bei Mutter und Fötus zur Folge haben. Lungenhypoplasie als Folge einer Frühgeburt mit einem Risiko für fötale Mortalität, Chorioamnionitis und neonatale Sepsis verursacht durch eine aufsteigende Infektion. Diese stellt sowohl einen Risikofaktor für eine fötale als auch für maternale Morbidität und Mortalität dar. Auch eine postnatale Endometritis kann aus einem Blasensprung resultieren und schlimmstenfalls den Tod der Patientin zur Folge haben.

Nur durch eine sichere Diagnosestellung können die Risiken für Mutter und Kind, die sich aus einem vorzeitigen Blasensprung ergeben, deutlich gesenkt werden. Nur sie ermöglicht die korrekte Medikation, beispielsweise durch Induktion der Lungenreife oder Antibiose. In vielen Fällen ist die Diagnose bereits durch die physiologische Untersuchung möglich. Problematischer sind die Fälle, in denen die physiologische Untersuchung keine zuverlässige Aussage zulässt.

Ein vorzeitiger Blasensprung birgt folgende Risiken für Mutter & Kind:

  • Infektionen
  • Frühgeburt
  • Cerebrale Schädigungen
  • Nabelschnurvorfall
  • Respiratory Distress (Lungeninsuffizienz)